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„Kärntner Klassiker und Genussgeschichten – traditionelle Rezepte, moderne Schmankerl und Küchentricks von Peter Opa“
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Faule-Weiber-Nudeln
Faule-Weiber-Nudeln – Gudrun Steinkellners Leibspeise aus dem Lavanttal
Serie: Prominente erzählen mir ihre Leibspeise
Manche Menschen sind prominent, weil sie dauernd im Rampenlicht stehen.
Und dann gibt es jene, die durch ihr Handwerk, ihre Haltung und ihre Rezepte glänzen.
Für mich als alten Koch gehört Gudrun Steinkellner aus dem Lavanttal ganz klar zur zweiten Kategorie.
Ich liebe Kärntner Kochbücher – aber nur jene, bei denen die Rezepte auch wirklich funktionieren. Und genau das tun sie bei Gudrun Steinkellner. Nicht theoretisch, nicht geschniegelt, sondern bodenständig, ehrlich und kocherprobt.
Ich habe zwei ihrer Kochbücher zuhause – und das hat seinen Grund: Sie ist für mich ein echtes Vorbild.
Begegnung im Freilichtmuseum
Vor kurzem, bei einer Weihnachtsveranstaltung im Freilichtmuseum, treffe ich Gudrun Steinkellner in einem alten Bauernhaus.
Und wie ich halt so bin: Wenn ich eine prominente Persönlichkeit sehe, frage ich nach der Leibspeise. Immer. Ohne Ausnahme.
Meine Frage war kaum ausgesprochen, da kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen:
👉 „Faule Weiber Nudeln.“
Ein Gericht, das nicht nur satt macht, sondern auch eine Geschichte erzählt – typisch Kärnten, typisch Lavanttal.
Der Name ist politisch natürlich alles andere als korrekt. Im Lavanttaler Dialekt ist „Weiber“ jedoch nicht abwertend, sondern umgangssprachlich gemeint. Und „faul“?
Nun ja – vielleicht eher klug, zeitsparend und praktisch. Manche nennen sie auch liebevoll „Kluge-Weiber-Nudeln“.
Hier kommt das Originalrezept – abgeschaut aus Gudrun Steinkellners Kochbuch Lovntolerin – Kochen wie früher.
Rezept: Faule-Weiber-Nudeln (nach Gudrun Steinkellner)
Zutaten für den Nudelteig
500 g Weizenmehl
etwas Salz
1 Ei
ca. 200 ml Wasser (je nach Bedarf etwas mehr oder weniger)
Zutaten für die Fülle
500 g grober Bröseltopfen
1 Semmel, in etwas Milch eingeweicht und passiert
Nudelminze
Keferfill (Kerbel), wenn vorhanden
Salz, Pfeffer
Butter zum Übergießen nach Belieben
Zubereitung
Nudelteig zubereiten
Das Mehl auf ein Nudelbrett geben, eine Grube formen. Ei, Salz und anfangs etwa 1/8 l Wasser hineingeben und von außen nach innen zu einem eher weichen Teig verkneten.
Wasser nach Bedarf einarbeiten.
In der Küchenmaschine einfach alle Zutaten gemeinsam gut verkneten.Teig rasten lassen
Der Teig ist fertig, wenn er sich von der Schüssel löst, glatt ist und seidig glänzt.
Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und 30 Minuten rasten lassen.Fülle vorbereiten
Bröseltopfen, passierte Semmel, Nudelminze, Keferfill, Salz und Pfeffer gut vermengen.Nudel rollen
Den Teig ausrollen, die Topfenfülle gleichmäßig darauf verteilen.
Die Seitenränder leicht einschlagen und den Teig vorsichtig einrollen.Kochen
Die Rolle in ein sauberes Baumwolltuch einschlagen (klassisch auch „Fetzen“ genannt) und in kochendes, gesalzenes Wasser legen.
Zugedeckt 40 Minuten leicht wallend sieden lassen.Servieren
Wasser abgießen, den Nudel kurz abkühlen lassen und vorsichtig aus dem Tuch lösen (Vorsicht – heiß!).
In ca. 3 cm dicke Scheiben schneiden und mit zerlassener Butter übergießen.
Dazu passt ein grüner Salat perfekt.
👉 Resteverwertung:
Sollte etwas übrig bleiben – am nächsten Tag die Scheiben in Butter pranschgalat (knusprig) anbraten. Ein Gedicht!
Mein Fazit als Koch
Dieses Gericht ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Kärntner Küche ausmacht:
einfach, ehrlich, sättigend – und voller Geschichte.
Danke, liebe Gudrun Steinkellner, für dein Handwerk, deine Bücher und diese wunderbare Leibspeise. Für mich bist du eine echte Prominente der Kärntner Küche 👏
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💬 Und jetzt du:
Wie nennst du dieses Gericht lieber – Faule-Weiber-Nudeln oder doch Kluge-Weiber-Nudeln? 😄
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