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„Kärntner Klassiker und Genussgeschichten – traditionelle Rezepte, moderne Schmankerl und Küchentricks von Peter Opa“
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Gabelbissen
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| Gabelbissen |
Gabelbissen – der 70er Pausensnack im Retro-Revival
Gabelbissen … allein das Wort knistert wie eine alte Vinyl-Single. Wer von uns „älteren Semestern“ erinnert sich nicht an den kultigen Snack im Plastikbecher? Praktisch, durchsichtig, wackelig – und für jede Geschmacksrichtung zu haben. Damals in den 70ern war der Gabelbissen der Starbucks-Pumpkin-Spice-Latte-Moment der Kantinenwelt: voll im Trend.
Heute, wenn ich unterwegs eine Jause brauch, greif ich zur Leberkäsesemmel. Ganz pur – ohne Senf, ohne Ketchup. Nicht, weil ich’s nicht mag, sondern weil ich mich mit Senf auf Leberkäs’ grundsätzlich anschmier wie ein moderner Action-Painter. Das Zeug findet immer den Weg aufs Hemd. Und dann steh ich da wie ein abstraktes Kunstwerk. Deshalb: trocken, sauber, stressfrei essen.
Aber zurück zum Gabelbissen:
Unten im Becher lauerte immer die Gemüsemayonnaise. Darauf thronte dann die Auswahl: Ei, Schinken, Wurst, Gurke, Braten, Fisch … alles, was die Küche so hergab – wie ein bunter Restl-Reigen. Und dann kam der große Auftritt: würziger, flüssiger Aspik wurde drüber gegossen. Sobald alles kalt war, bildete sich oben diese feste, pikante Aspik-Gelee-Schicht. Ein kulinarischer Deckel, der sagte: Ich bin fertig, iss mich!
Gmeiner hat’s damals legendär gemacht – heute findet man den Klassiker nur noch selten. Aber weißt was? Als Gag für die nächste Party ist das Ding der Hit. Retro ist ja wieder modern – also machen wir’s selber!
Peters Retro-Rezept: Gabelbissen im Party-Becher
Zutaten für 8 Becher
400 g Gemüse-Mayonnaise (klassisch fein: Karotte, Erbse, Sellerie, Mais, fein gewürfelt)
4 hartgekochte Eier, in Scheiben
200 g Beinschinken, fein gewürfelt
150 g Extrawurst oder feine Bratenreste, klein geschnitten
2 Essiggurken, in feinen Scheiben
2 EL Kapern (optional, aber 70er Flair muss ja bissl zwinkern)
500 ml Rindsuppe oder klare Gemüsebrühe
12 g Gelatine (oder 1,5 Packerl gemahlen)
2 Brühwürfel (Maria-Hilf-Moment, für Geschmack!)
1 TL Pfeffer
½ TL Muskat
2 EL Weißweinessig
2 EL neutrales Öl
Zubereitung
Gemüse-Mayonnaise vorbereiten: Gemüse fein würfeln und mit Mayo mischen. Mit Muskat, Pfeffer kräftig abschmecken. In die unterste Schicht der Becher füllen (ca. 2 EL pro Becher).
Füllung schichten: Eier-Scheiben drauf, dann Schinken, Wurst/Braten, Gurke, Kapern und Kapern obenauf verteilen. Nicht zu dicht drücken – Aspik will Platz zum Fließen.
Aspik ansetzen: Heiße Suppe mit Brühwürfel aufkochen. Öl, Essig, Pfeffer zugeben. Gelatine in kaltem Wasser 5 min quellen lassen, ausdrücken, in der heißen Suppe auflösen (nicht mehr kochen!).
Aufgießen: die lauwarme Aspik-Suppe vorsichtig über die Schichten gießen, bis alles bedeckt ist.
Kalt stellen: 4–5 Stunden kühlen (Balkon geht auch – wenn’s so saukalt ist wie bei uns daheim).
Aspik-Deckel: Wenn der Aspik fast fest ist, nochmal 1–2 EL drüber gießen, damit oben die schöne Gelee-Schicht entsteht. Fertig kühlen lassen.
Servier-Tipp
Mit kleinen Gabeln im Becher oder Glasschüssel servieren. Das Wackeln gehört dazu – das ist kein Fehler, das ist Retro-Federung.
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Frage an die Runde
Kennt ihr den Gabelbissen noch von früher – und würdet ihr ihn auf einer Party wieder feiern?
Bild: Ki generiert von Wikipedia
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