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Video Specials

Gabelbissen

  Gabelbissen Gabelbissen – der 70er Pausensnack im Retro-Revival Gabelbissen … allein das Wort knistert wie eine alte Vinyl-Single. Wer von uns „älteren Semestern“ erinnert sich nicht an den kultigen Snack im Plastikbecher? Praktisch, durchsichtig, wackelig – und für jede Geschmacksrichtung zu haben. Damals in den 70ern war der Gabelbissen der Starbucks-Pumpkin-Spice-Latte-Moment der Kantinenwelt: voll im Trend . Heute, wenn ich unterwegs eine Jause brauch, greif ich zur Leberkäsesemmel. Ganz pur – ohne Senf, ohne Ketchup . Nicht, weil ich’s nicht mag, sondern weil ich mich mit Senf auf Leberkäs’ grundsätzlich anschmier wie ein moderner Action-Painter. Das Zeug findet immer den Weg aufs Hemd. Und dann steh ich da wie ein abstraktes Kunstwerk. Deshalb: trocken, sauber, stressfrei essen. Aber zurück zum Gabelbissen: Unten im Becher lauerte immer die Gemüsemayonnaise . Darauf thronte dann die Auswahl: Ei, Schinken, Wurst, Gurke, Braten, Fisch … alles, was die Küche so hergab – wie ei...

Putenoberkeule & Hühnersuppe

 


Putenrollbraten

Putenoberkeule & Hühnersuppe – Opa-Wintermenü ohne Blaukraut

Wenn Besuch ins Haus steht, wird bei mir die Küche zum Kommandostand und der Ofen zum Herzschrittmacher. Diesmal ohne Blaukraut – weil die Schwägerin dankend abwinkt – aber dafür mit ehrlicher Farbe und noch ehrlicherem Geschmack. Die Putenoberkeule darf im Rohr langsam vor sich hin schmoren, bis sie so zart ist, dass sie beim Anschauen schon „Servus Opa“ sagt. Das Natursaftl wird nur mit Zwiebel gebunden – ohne Mehl, ohne Hokuspokus – ganz so, wie’s sich für ein echtes Schmankerlsafterl gehört.

Dazu gibt’s Petersilerdäpfel, ein Paradeiskraut nach Max Stiegl (ja, der Maxl hat’s einfach drauf), und weil ein Menü ohne Suppe wie ein DJ-Set ohne Bass wäre: eine kräftige Hühnersuppe mit Grießnockerln. Flaumig müssen’s sein, die Nockerl – sonst kommt der Opa in mir durch und verteilt metaphorisch Kochlöffel-Strafpunkte.

Rezept für 4: 

  • 1) Putenoberkeule langsam geschmort

    Zutaten

    • 1 Putenoberkeule (ca. 1,2 – 1,5 kg)

    • 3 große Zwiebeln, grob geschnitten

    • 2 Knoblauchzehen, gehackt

    • 2 EL Butterschmalz oder Öl

    • 250 ml Geflügelfond oder Wasser

    • 1 TL Paprikapulver edelsüß

    • 1 TL Majoran

    • Salz & Pfeffer großzügig

    Zubereitung

    1. Keule salzen, pfeffern, mit Paprika und Majoran einreiben.

    2. Butterschmalz im Bräter erhitzen, Keule rundum kräftig anbraten.

    3. Zwiebeln und Knoblauch zugeben, leicht rösten.

    4. Mit Fond/Wasser aufgießen, Deckel drauf.

    5. Im vorgeheizten Ofen bei 150 °C Ober/Unterhitze 2,5 Stunden schmoren.

    6. Keule rausnehmen, Zwiebel mit dem Saftl fein mixen oder durchdrücken → fertig ist das Natursaftl.

    7. Nochmal 10 Minuten ohne Deckel ins Rohr, damit’s eine feine Farbe kriegt.


    2) Petersilerdäpfel

    Zutaten

    • 800 g mehlig-festkochende Erdäpfel, gekocht & geviertelt

    • 3 EL Butter

    • 1 Bund frische Petersilie, fein gehackt

    • Salz

    Zubereitung

    Butter schmelzen, Erdäpfel darin schwenken, salzen, Petersilie drüber – fertig. Mehr Kärnten geht nur noch mit Aussicht auf die Karawanken.


    3) Paradeiskraut nach Max Stiegl

    Zutaten

    • 1 kleiner Kopf Weißkraut, fein geschnitten

    • 1 Dose Paradeiser (400 g) oder 300 ml Tomatenpüree

    • 1 Zwiebel, fein gehackt

    • 2 EL Gänse- oder Schweineschmalz (oder Öl)

    • 1 TL Kümmel

    • 1 TL Zucker

    • Salz & Pfeffer

    Zubereitung

    1. Zwiebel im Schmalz rösten.

    2. Zucker & Kümmel zugeben, kurz karamellisieren.

    3. Paradeiser/Püree und 150 ml Wasser dazu.

    4. Kraut untermengen, salzen, pfeffern.

    5. 40 Minuten leise köcheln bis es schön weich ist.


    4) Hühnersuppe mit flaumigen Grießnockerln

    Zutaten für die Suppe

    • 1 Suppenhuhn oder 2 Hühnerkarkassen

    • 1 Karotte, 1 Petersilwurzel, 1 Stück Sellerie

    • 1 Zwiebel halbiert

    • 2 Knoblauchzehen

    • 2,5 Liter Wasser

    • Salz & Pfeffer

    Zubereitung Suppe

    Alles kalt zustellen, 2 Stunden leise ziehen lassen, abseihen. Klar und kräftig – so wie’s die alten Köche lieben.

    Grießnockerl

    • 2 Eier

    • 60 g weiche Butter

    • 140 g Grieß

    • 1 Prise Salz, 1 Hauch Muskat

    Zubereitung:
    Butter + Eier schaumig rühren, salzen, muskat, Grieß einrieseln lassen. 10 Minuten rasten lassen, Nockerl formen, 5–6 Minuten in Salzwasser ziehen lassen.


    Anrichten

    Teller: Pute mittig, rot (Paradeiskraut) trifft grün (Petersilerdäpfel). Suppe in heißer Schüssel servieren. Rot-Weiß-Grün – fast wie die italienische Fahne, nur dass bei uns vorher der Kärntner Dialekt serviert wird.


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    Opa-Frage zum Schluss:
    Sag, wie hältst du’s eigentlich bei deinen Menüs – lieber klassisch-deftig oder schon ein bissl modern veredelt? 😎🍗🥣

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